Sie sind hier:

Emden I

Chefetage

Emden II

Emden III

Emden IV

Emden V

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Impressum

Datenschutzerklärung

Johannes (Hans) Gerdts wurde am 2. August 1885 in Lehe (seit 1924 zu Bremerhaven) geboren. Er starb am 13. April 1945 durch Suizid ab Bord des Passagierdampfers CAP ARCONA.

Allgemeines (vor dem 16. Dezember 1914)
Gerdts war ursprünglich Offizier bei der Handelsmarine. In den Jahren 1906 – 1910 machte er in Bremen seine Patente als Steuermann und Kapitän auf großer Fahrt. Am 1. Oktober 1910 trat er als Reserveoffiziersanwärter in Kaiserliche Marine ein. Gerdts gehörte dort zur II. Torpedodivision in Wilhelmshaven. Am 25. November 1911 wurde er Vizesteuermannder Reserve und am 13. Juni 1912 Leutnant der Reserve.

Zu Kriegsbeginn war Gerdts 3. Offizier auf dem NDL-Reichspostdampfer KLEIST, welcher in Padang (Sumatra/Indonesien) interniert war. Am 9. Dezember 1914 wechselte er auf den Dampfer CHOISING (Norddeutscher Lloyd), welcher am nächsten Tage auslief, um den Landungszug der SMS EMDEN auf einer verabredeten Position vom Segler AYESHA zu übernehmen.

Beim Landungszug der EMDEN:
Am 16. Dezember 1914 stieg der Landungszug bei der Insel Süd Pagai (westl. Sumatra/Indonesien) von der AYESHA auf die CHOISING um. Die Weiterfahrt führte über den Indischen Ozean ins Rote Meer. Am 9. Januar 1915 wurde der Landungszug vor Hodeida (Jemen) ausgeschifft. Ihm schlossen sich der der Schiffsarzt Dr. Lang sowie der Leutnant der Reserve Gerdts an. Bei dem Gefecht in der Wüste, unweit der Stadt Dschidda am 1. April 1915, führte Gerdts die Vorhut. Er überlebte unverletzt und gelangte mit dem Landungszug am 23. Mai 1915 nach Konstantinopel.

Allgemeines (nach dem 23. Mai 1915)
Gerdts blieb bis zum Kriegsende in der Türkei. Seine Stationen waren:

Kommandant des türkischen Torpedobootes BASRA (Juni 1915 bis August 1917)
- Einsätze zu den Dardanellen und zur Halbinsel Gallipoli.

Führer des Marinedetachements DERINDJE (August 1917 bis Januar 1918)
Kommandant des Torpedobootes BASRA (Januar 1918 bis Mai 1918)
Kommandant eines T-Bootes der Torpedobootsflottille SEWASTOPOL (Mai 1918 bis November 1918)
am 31. Januar 1919 verabschiedet

Nach dem Krieg ging Gerdts wieder zur Handelsmarine. Als Offizier, später als Kapitän, fuhr er auf Schiffen der Stinnes- Reederei und der HAPAG. Im Zweiten Weltkrieg führte er – als Kapitänleutnants der Reserve – Lazarett- und Transportschiffe.

Anfang 1945 war er Kapitän der CAP ARCONA (Hamburg-Süd) und transportierte auf drei Reisen Flüchtlinge von der Danziger Bucht nach Kopenhagen. Nach der dritten Reise lag das Schiff mit Maschinenschäden in Kopenhagen fest. Vergebens versuchte Gerdts die Reparaturen voranzutreiben, um schnellstmöglich neue Flüchtlinge zu holen. Es herrschte Personal- und Materialmangel. Ferner reichte der Treibstoff für die Rückfahrt nicht aus. Eine Ergänzung vor Hela war fraglich. Gerdts befand sich in einer Zwickmühle. Die CAP ARCONA war nicht einsatzfähig. Auf Hela aber warteten noch Zehntausende von Flüchtlingen auf Schiffe.

Am Abend des 13. April 1945 erschoss sich Johannes Gerdts in seiner Kapitänskajüte. Der Grund dafür kann nur vermutet werden, da er keine Nachricht hinterließ. Außer der geschilderten Zwangslage, konnte Gerdts auch schon gewusst haben, das sein Schiff KZ-Flüchtlinge vor Neustadt an Bord nehmen sollte. Denn schon am nächsten Tag wurde die Cap ARCONA mit einem neuen Kapitän dorthin verlegt. Johannes Gerdts wurde in Neustadt beigesetzt.

Beförderungen:
Vizesteuermann der Reserve (25. November 1911)
Leutnant zur See der Reserve (13. Juni 1912)
Oberleutnant zur See der Reserve (17. Oktober 1915)

Auszeichnungen:
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse (11. Februar 1915)