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Eugen Gyssling wurde am 22. Januar 1893 in München geboren, wo er auch aufwuchs. Er fiel vermutlich am 31. August 1917 auf SM U 50 in der Nordsee.

Eintritt in die Marine am 1. April 1911.

Allgemeines (vor dem 13. August 1914)
Infanteristische Grundausbildung, Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1911 bis 15. Mai 1911)
Praktische Bordausbildung auf dem Schulschiff HANSA (16. Mai 1911 bis 31.März 1912)
- Anm.: der spätere Flottenchef Günther Lütjens (Crew 1907) war dort zu dieser Zeit als 2. Seekadettenoffizier an Bord.

2. Inspektion Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1912 bis 31. März 1913)
spezielle Kurse (1. April 1913 bis 30. September 1913)*
- 9 Wochen Torpedoschulschiff SMS WÜRTTEMBERG, Flensburg-Mürwik
- 4 Wochen Infanteriekursus, I. Seebataillon, Wilhelmshaven oder II. Seebataillon, Kiel
- 12 Wochen auf der Artillerieschule Sonderburg

Nach Ostasien kommandiert - Ausreise mit dem NDL-Dampfer PRINZESS ALICE (15. Oktober 1913 bis 5. Dezember 1913)
Großer Kreuzer SMS GNEISENAU, Kreuzergeschwader (5. Dezember 1913 bis 13. August 1914)
- 20. Juni 1914: Beginn einer Südseereise zu den deutschen Besitzungen im Pazifik
- 17. Juli 1914 bis 6. August 1914: mit SMS SCHARNHORST bei Ponape (Karolineninseln)
- 13. August 1914: Versetzung auf SMS EMDEN (mit Crewkamerad Roderich Schmidt) auf der Reede von Pagan (Marianeninseln).

Auf der EMDEN (und beim Landungszug)
Gyssling gehörte im Verlauf der Kaperfahrt zur Prisenmannschaft des Dampfers BURESK. Am Abend des 8. November 1914 wurden bei einem Treffen der Kohlendampfern BURESK und EXFORD einige Offiziere und Mannschaften umbesetzt. Gyssling und Schmidt kamen nun wieder auf die EMDEN. Da sie bei dem Überfall auf Penang nicht dabei waren, sollten sie nun bei der Zerstörung der Kabelstation auf den Kokosinseln mitwirken. Für sie kamen die Leutnante Schall und Fikentscher auf die BURESK. Von der EXFORD kam Kapitänleutnant Gropius auf die Emden zurück und Oberleutnant d. Res. Lauterbach wurde Kommandant der Exford.

Am Morgen des 9. November 1914 ging Gyssling mit dem Ersten Offizier von Mücke, Leutnant Schmidt und weiteren 47 Mann auf Direction Island an Land, um die dortige Kabelstation zu zerstören. Gegen 09.15 Uhr wurden sie per Sirene und Signale von der Emden zurückgerufen, konnten diese jedoch nicht mehr erreichen. Der Landungszug kehrte zur Insel zurück. Am Abend gelang die Flucht mit dem beschlagnahmten Segler AYESHA. Auf diesem Schiff war Gyssling für die Ausrüstung und die Proviantverteilung zuständig. Nach ca. fünf Wochen und einem Zwischenstopp in Padang (Sumatra), ging die Flucht an Bord des Dampfers CHOISING weiter nach Jemen (Arabische Halbinsel). Bei dem Weitermarsch über Land führte Gyssling die Seitendeckung der Karawane. Das Gefecht mit den Beduinen sowie die mehrtägige Belagerung in der Wüste bei Dschidda (Anfang April 1915) überstand er unverletzt. Am 23. Mai 1915 erreichte der Landungszug Konstantinopel (heute Istanbul).

Allgemeines (nach dem 23. Mai 1915)
Nach seiner Heimkehr ging Eugen Gyssling zur U-Bootwaffe und wurde als Wachoffizier auf SM U 50 kommandiert. Nach vier erfolgreichen Feinfahrten lief dieses Boot am 30. August 1917 von Wilhelmshaven erneut aus. Am nächsten Tag funkte es seine Position mit 55°15' Nord und 04°10' Ost (nördlich der Insel Terschelling). Seither ist SM U 50, welches offenbar den sog. Auslaufweg „Gelb“ benutzte, verschollen. Vermutlich ging es durch einen Minentreffer verloren.

(Näheres hierzu siehe Paul Kemp: "Die deutschen und österreichischen U-Bootverluste in beiden Weltkriegen" oder hier.

Beförderungen:
Fähnrich zur See (15. April 1912)
Leutnant zur See (3. August 1914)**
Oberleutnant zur See (26. April 1917)

Auszeichnungen:
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse (11. Februar 1915)
Eisernes Kreuz (1914) I Klasse
Bayerischer Militär-Verdienstorden IV. Klasse mit Schwertern
Prinzregent Luitpold Medaille
U-Bootabzeichen

* Karl Peter: Seeoffizieranwärter. Ihre Ausbildung von 1848 bis heute. Mürwik 1969, S. 93 - Reihenfolge ungewiss
** am 5. August 1914 bei der Insel Ponape bekannt gegeben