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Julius Lauterbach wurde am 24. November 1877 in Rostock geboren; er starb am 18. April 1937 in Sonderborg/Dänemark und wurde in Rostock beigesetzt.

Lauterbach war ursprünglich Seemann bei der Handelsmarine. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er Steuermann bei der HAPAG. Am 3. November 1902 trat Lauterbach als Reserveoffiziersanwärter in die Kaiserliche Marine ein, wo er zunächst bei der I. Matrosendivison in Kiel diente. Am 30.09.1904 erhielt der Bootsmannsmaat der Reserve Lauterbach die Befähigung zum Leutnant zur See der Reserve bescheinigt (Beförderung am 10. Februar 1906).
Im folgenden Jahr besuchte er die Navigationsschule in Rostock, wo er das Kapitänspatent erwarb. Anschließend fuhr er - wiederum in den Diensten der HAPAG - im ostasiatischen Raum zur See. Zunächst als 1. Offizier auf dem Dampfer ADMIRAL VON TIRPITZ, dann vertretungsweise als Kapitän der GOUVERNEUR JAESCHKE. Im Jahre 1908 wurde er Kapitän des Reichspostdampfers STAATSSEKRETÄR KRAETKE, was er bis Kriegsbeginn blieb. Zu Beginn des Jahres 1910 absolvierte Lauterbach Übungen auf dem Kanonenboot SMS LUCHS. Am 20.04.1910 erfolgte die Beförderung zum Oberleutnant zur See der Reserve.

Im Juni 1914 nahm er an einer Übung der Kaiserlichen Marine an Bord des Kleinen Kreuzers SMS EMDEN teil.

Auf der EMDEN:
Mit Kriegsbeginn trat Lauterbach als Wach- und Prisenoffizier zur Besatzung der EMDEN und nahm an der folgenden Kaperfahrt teil. In der Tsushimastraße wurde mit dem russischen Dampfer RJÄSAN die erste Prise aufgebracht. Lauterbach leitete die Untersuchung dieses Schiffes. Er sollte sich im Verlauf der weiteren Kaperfahrt für die Emden als Bereicherung erweisen. Lauterbach kannte die Schifffahrtsrouten, die Häfen und die Schiffstypen sehr gut. Er wusste, welche Papiere bei einer Untersuchung einzusehen waren und welche nützlichen Gegenstände man evtl. mitnehmen konnte. Seine Sprachkenntnisse sowie seine höfliche und ruhige Art trugen wesentlich dazu bei, dass nahezu alle Kaperungen friedlich verliefen. Die positive Meinung der britischen Seeleute über die EMDEN ist neben von Müllers vor allem Lauterbachs Verdienst gewesen.

Bei dem Überfall auf Penang am 28. Oktober 1914 übernahm Lauterbach die Navigation.

Am Abend des 8. November 1914 übernahm er den zwei Wochen zuvor gekaperten britischen Kohlendampfer EXFORD als Kommandant. Er wurde auf eine entlegene Position befohlen, wo er bis Ende November auf die EMDEN warten sollte. Nach ihrem Ausbleiben nahm er befehlsgemäß Kurs auf Padang (Indonesien/Insel Sumatra).

Nach dem 9. November 1914:
Unmittelbar vor dem Hafen - also bereits innerhalb neutraler Gewässer - wurde die EXFORD am 11. Dezember 1914 vom britischen Hilfskreuzer HMS Himalaya gestellt und aufgebracht. Lauterbach protestierte heftigst, aber vergebens gegen dieses Vorgehen. Die 17 Männer der Exford kamen nach Singapur in die Tanglin Barracks. Dort trafen sie auf die Männer der Hilfsschiffe Markomannia und Pontoporos (beide bereits am 14. Oktober 1914 aufgebracht).

Im Zuge der Sepoy-Meuterei (Meuterei der indischen Soldaten) vom 15. bis 23. Februar 1915 flohen 35 der insgesamt 309 internierten Deutschen, darunter auch Lauterbach. In einer verwegenen Flucht, über Indonesien, die Philippinen, China, die USA und Norwegen, gelang es ihm im Oktober 1915 Deutschland zu erreichen.

Seine weiteren Kommandos
- Kommandant des Hilfsschiffes K (Januar 1916 bis 2. November 1917); am 2. November 1917 wurde das Hilfsschiff K im Kattegat durch britische Zerstörer versenkt
- Verwaltungsoffizier der 1. Halbschutz-Flottille (November 1917 bis Januar 1918)
- Kommandant des Sperrbrechers 10, ehemals Hilfskreuzer SMS MÖVE (Januar 1918 bis November 1918)

Am 20. November 1930 erhielt Lauterbach vom Preußischen Justizministerium die Berechtigung, den Zusatznamen EMDEN zu führen. Sein Sohn Hans-Jürgen Lauterbach-Emden war im Zweiten Weltkrieg Kommandant von U 539.

Beförderungen:
Bootsmannsmaat der Reserve (1904)
Leutnant zur See der Reserve (10. Februar 1906)
Oberleutnant zur See der Reserve (20. April 1910)
Kapitänleutnant der Reserve (24.Dezember 1915)

Auszeichnungen:
Kgl. Kronenordens 4. Klasse (24. Januar 1910)
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse
Ritterkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern (08. September 1916)
Ehrenkreuz III. Klasse mit Schwertern des Fürstl. Hohenzollernschen Hausordens (19. Mai 1918)
Finnisches Freiheitskreuz II. Klasse (1. Dezember 1918)

An Bord der "Vaterland": Graf Luckner (rechts) und sein Freund "Juli-Bumm", Kapitän Julius Lauterbach von der Emden.


Vortragsreisen und Bücher

Nach dem Ersten Weltkrieg unternahm Lauterbach mit Felix Graf Luckner mehrere Vortragsreisen über seine Erlebnisse. Es erschienen mehrere Bücher von ihm bzw. über ihn:

1000 £ Kopfpreis – tot oder lebendig: Fluchtabenteuer des ehemaligen Prisenoffiziers S. M. S. „Emden“ Julius Lauterbach. Scherl, Berlin 1917.

Lowell Thomas: Mein Freund Juli-Bumm: Die Abenteuer des Kapitän Lauterbach von der Emden. Nach der amerikanischen Ausgabe ins Deutsche übersetzt von Fritz von Bothmer. Hrsg. Felix Graf von Luckner. Koehler & Amelang, Leipzig 1933.

Reinhard Roehle: Als Flüchtling um den halben Erdball – Die abenteuerlichen Erlebnisse des Prisenoffiziers S.M.S. Emden KptLt d. R. Julius Lauterbach nacherzählt. UDV, Berlin, Leipzig 1920.