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Otto Mönkedieck-Emden in späteren Jahren


Otto Heinrich Wilhelm Mönkedieck wurde am 23. Mai 1878 in Linden (Hannover) geboren. Von 1892 bis 1896 lernte er in Hannover den Beruf des Litographen. Anschließend arbeitete er in Wernigerode und Bad Oeynhausen in diesem Beruf, bevor er am 1. Oktober 1898 in die Kaiserliche Marine eintrat. Sein Weg in der Marine führte ihn auch auf den Kleinen Kreuzer SMS EMDEN.

Das erste Kommando von Otto Mönkedieck war die II. Matrosen-Division in Wilhelmshaven. Seine weitere soldatische Laufbahn (nicht volständig) verlief gemäß Militärpass und Lebenslauf (im Original erhalten) wie folgt:

Der Miliärpass des Otto Mönkedieck:

(Einzelbilder anklicken zum Vergrößern)


Allgemeines (bis zum 29. Mai 1913)
4. Kompanie, II. Abteilung, 2. Matrosen-Division, Wilhelmshaven (1. Oktober 1898 bis 10. Oktober 1898)
8. Kompanie (Signalkompanie), 2. Matrosen-Division. Wilhelmshaven (10. Oktober 1898 bis 9. Mai 1899)
Nach Ostasien kommandiert - mit NDL-Dampfer WEIMAR von Wilhelmshaven nach Tsingtau (12. Mai 1899 bis 16. Juni 1899)
Großer Kreuzer SMS DEUTSCHLAND, Kreuzergeschwader (24. Juni 1899 bis 3. Januar 1900)
- Flaggschiff des Kadm. Prinz Heinrich von Preußen

Großer Kreuzer SMS HANSA, Kreuzergeschwader (4. Januar 1900 bis 10. Februar 1900)
Großer Kreuzer SMS HERTHA, Kreuzergeschwader (11. Februar 1900 bis 16. August 1900)
Großer Kreuzer FÜRST BISMARCK, Kreuzergeschwader (17. August 1900 bis 19. Oktober 1900)
- Flaggschiff von Vizeadmiral Felix von Bendemann

Großer Kreuzer SMS HERTHA (20. Oktober 1900 bis 12. Februar 1901)
Kleiner Kreuzer SMS IRENE und Kanonenboot SMS LUCHS (26. Februar 1901 bis 22. Juni 1901)
Heimreise mit NDL Dampfer RHEIN von Tsingtau nach Bremerhaven (28. Juni 1901 bis 9. August 1901)
Panzerschiff SMS KURFÜRST FRIEDRICH WILHELM (30. September 1901 bis 14. Oktober 1902)
Linienschiff SMS WITTELSBACH, I. Geschwader (Flaggschiff des II. Admirals), aktive Schlachtflotte (15. Oktober 1902 bis 22. September 1904)
- Einer der Fähnriche an Bord war damals Otto Weddigen, später Kommandant von U 9
- Nikolaus Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien, später Kommandant des Hilfskreuzers SMS MÖVE, war damals als WO an Bord

Erneut nach Ostasien kommandiert – mit NDL-Dampfer RHEIN von Bremerhaven nach Tsingtau (7. Mai 1905 bis 18. Juni 1905)
Großer Kreuzer SMS HANSA, Kreuzergeschwader (24. Juni 1905 bis 31. Juli 1905)
Heimreise mit HAPAG Dampfer SILVIA (1. August 1905 bis 10. September 1905)

Kleiner Kreuzer SMS LÜBECK, Verband der Schul- und Versuchsschiffe (2. März 1906 bis 21. September 1906)
Hilfsstreuminendampfer (26. September 1906 bis 28. September 1906)

Schulschiff SMS FREYA, Inspektion des Bildungswesens (4. April 1907 bis 28. März 1908)
NDL-Dampfer DEFFFLINGER (10. Juni 1908 bis 23. Juni 1908)
Besuch der Deckoffiziersschule, Wilhelmshaven (1. Oktober 1908 bis 30. September 1909)
- Schulschiff SMS GRILLE, Marinestation Nordsee, Schiffe im Inlande (12. Juni 1909 bis 20. Juni 1909)
- Erwerb des Patents als Steuermann auf großer Fahrt

Linienschiff SMS ZÄHRINGEN, I. Geschwader, Hochseeflotte (1. Oktober 1909 bis 20. September 1910)

Panzerschiff BRANDENBURG, II. Marineinspektion, Wilhelmshaven (3. Juli 1911 bis 15. Juli 1911)
Großlinienschiff POSEN, I. Geschwader, Hochseeflotte (21. September 1911 bis 31. März 1913)
- Navigationsoffizier war damals Nikolaus Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien

Nach Ostasien kommandiert – mit NDL Dampfer KÖNIGIN LUISE von Bremerhaven nach Tsingtau (15. April 1913 bis 29. Mai 1913)

Auf der EMDEN
Zusammen mit dem Kommandanten und einigen anderen Offizieren und Mannschaften begann Mönkedieck seinen Dienst auf der EMDEN am 29. Mai 1913. In der Folgezeit machte er Einsätze auf dem Jangtsekiang mit, als in China Unruhen ausbrachen. Reisen nach Japan und Shanghai folgten. Nach Ausbruch des Krieges erlebte er die Kaperfahrt im Indischen Ozean in voller Länge mit und war auch bei dem letzten Gefecht mit dem australischen Kreuzer SYDNEY, am 9. November 1914, mit dabei.

Zu Gefechtsbeginn hielt sich Mönkedieck in Feuerlee des Kommandoturmes (Backbordseite) auf. Durch einen Treffer in die Achterback, nahe beim Fockmast, erlitt er gegen 9.50 Uhr eine schwere Splitterverletzung am linken Arm. Anschließend begab er sich in den Kommandoturm.

Allgemeines (nach dem 9. November 1914):
Am folgenden Tag gelangte Mönkedieck mit den übrigen Besatzungsmitgliedern auf die SYDNEY. Am Morgen des 11. Novembers wurden die letzten Emden-Leute von North-Keeling Island abgeholt. Vier Tage später lief die SYDNEY in Colombo (Sri Lanka, ehemals Ceylon) ein. Dort wurde die Besatzung der EMDEN getrennt. Die Gesunden wurden zwei Tage später nach Malta transportiert. Die Verwundeten, darunter auch Mönkedieck, kamen bis zu ihrer Genesung in das Camp von Diyatalawa (östl. von Colombo). Anfang 1915 ging es dann nach Australien, wo sie in verschiedenen Lagern untergebracht wurden. Mönkedieck kam in das Lager von BERRIMA in New South Wales, wo er bis Mai 1919 verblieb.

Lager Berrima (Australien)

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Lager Berrima (Australien)

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Am 30. Mai 1919 begann in Sydney für Hunderte deutscher Kriegsgefangener die Heimreise mit dem russischen Dampfer KURSK. Über Durban (Südafrika) ging es nach Rotterdam, wo man am 24. Juli 1919 eintraf. Unterwegs starben mehrere Deutsche und Briten an der Spanischen Grippe. Von Rotterdam ging es dann per Bahn nach Deutschland.

Am 31. Dezember 1919 schied Otto Mönkedieck aus der Marine aus. Er lebte fortan in Berlin, wo er im Wachschutz bei Siemens arbeitete. Er gehörte zu jenen Besatzungsmitgliedern, die den Namenszusatz “EMDEN“ beantragten. In seiner Freizeit war er ein begeisterter Maler. So entstanden mehrere Bilder nach Vorlagen bekannter Marinemaler (z.B. Willy Stöwer) bzw. diverser Fotos. Hier einige seiner Werke sowie Fotos, die während seiner Marinezeit entstanden.



Einige Bilder
:

Insel Putou Shan (gehört zur südöstlich von Shanghai gelegenen chinesischen Inselgruppe Zhoushan) Iltis-Ehrenmal In Australien



Die nachstehend gezeigten Bilder sind von Mönkedieck selbst gemalt worden. Die einen nach diversen Vorlagen, wie z.B. Fotos ("Emden auf dem Riff") oder nach Bildern des Marinemalers Willy Stöwer ("Gefecht mit der Sydney"). Andere sind eigene Entwürfe (Madras, Penang und Berrima).

(Einzelbilder vergrößern durch Anklicken)



Einige Dokumente:

Lebenslauf des Otto Mönkedieck, verfasst nach der Zeit bei der Marine Abschrift einer Bescheinigung des letzten Kommandanten der Emden Abschrift eines Dienstleistungszeugnisses von Otto Mönkedieck aus dem Jahr 1919


Beförderungen:
Signalgast (8. März 1899)
Obersignalgast (25. Juni 1901)
Signalmaat (1. Mai 1903)
Obersignalmaat (1. April 1907)
Obersteuermannsmaat (22. September 1909)
Steuermann (1. April 1913)
Obersteuermann (16. August 1919)
Leutnant zur See (5. Juni 1920)

Auszeichnungen:
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse (15. Februar 1915)
Goldene Ehrenmedaille des Fürstlich Hohenzollernschen Hausordens (19. Mai 1918)
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse (19. Februar 1920)

Otto Mönkedieck-Emden starb am 17. April 1959

(Anklicken zum Vergrößern)


Fotos, Bilder und Dokumente wurden uns freundlicherweise von der Familie Pütz aus Berlin-Spandau zur Verfügung gestellt.