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Franz-Joseph Ludwig Maria Karl Anton Thassilo Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen wurde am 30. August 1891 in Heiligendamm (Mecklenburg) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Sigmaringen sowie auf der Rheinischen Ritterburg zu Bedburg (bei Köln). Er starb am 3. April 1964 in Tübingen. Grabstätte: Krypta der Erlöserkirche (Hedingerkirche) in Sigmaringen.

Eintritt in die Kaiserliche Marine am 1. April 1911

Allgemeines (vor Dezember 1913)
Infanteristische Grundausbildung, Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1911 bis 15. Mai 1911)
Praktische Bordausbildung auf dem Schulschiff HERTHA (16. Mai 1911 bis 31. März 1912)
7. Inspektion Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1912 bis 31. März 1913)
spezielle Kurse (1. April 1913 bis 30. September 1913)*
- 9 Wochen Torpedoschulschiff SMS WÜRTTEMBERG, Flensburg-Mürwik
- 4 Wochen Infanteriekursus, I. Seebataillon, Wilhelmshaven oder II. Seebataillon, Kiel
- 12 Wochen auf der Artillerieschule Sonderburg

Nach Ostasien kommandiert - auf dem NDL-Dampfer PRINZESS ALICE von Genua nach Shanghai (15. Oktober bis 1. Dezember 1913)

Auf der EMDEN
Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen (später Prinz von Hohenzollern-Emden) kam am 1. Dezember 1913 (lt. Huff) in Shanghai als Fähnrich zur See auf den Kleinen Kreuzer EMDEN. Bei Kriegsbeginn war er dort Zweiter Torpedooffizier (IITO) und wurde kurz darauf zum Leutnant zur See befördert. Während der folgenden Kaperfahrt ging er zuweilen als zweiter Prisenoffizier mit an Bord der aufgebrachten Schiffe. Ferner hielt er fast jeden Sonntag den Gottesdienst für die katholischen Besatzungsmitglieder ab, da der dienstältetste katholische Offizier (von Guerard) meistens unabkömmlich war. Bei dem Überfall auf Penang am 28. Oktober 1914 überwachte er das Klarmachen der Torpedorohre.

Während des Gefechtes bei den Kokosinseln am 9. November 1914, befand er sich mit zwölf weiteren Männern auf seiner Gefechtsstation im Torpedoraum. Gegen 10.20 Uhr verursachte ein Treffer oberhalb des Raumes, aber noch unterhalb der Wasserlinie, ein Leck in Form einer gerissenen Schweißnaht. Der IITO stürzte von der Ausstiegsleiter, blieb aber unverletzt.
Zunächst konnte der Wassereinbruch noch einigermassen bekämpft werden. Um 10.25 Uhr kam vom Kommandoturm der Befehl "Steuerbordrohr klar". Doch die SYDNEY blieb außer Reichweite. Um 10.45 Uhr registrierte man eine besonders heftige Erschütterung. Auf Anfrage zum Kommandoturm erfuhr man, dass der Fockmast durch einen Volltreffer über Bord gegangen war.
Gegen 11.00 Uhr sollte ein zweiter Torpedierungsversuch gestartet werden. Ein weiterer Treffer ließ jedoch die Notbeleuchtung erlöschen und überflutete den Torpedoraum im Nu. Einige Männer erhielten leichte Splitterverletzungen. Zudem drangen giftige Gase ein. Der Raum musste verlassen werden, was nur mit Mühe gelang (siehe auch Beitrag Robert Maaß). Prinz von Hohenzollern machte dem Kommandanten sofort Meldung. Nachdem nun auch die letzte Waffe ausgefallen war, beschloss von Müller, die EMDEN vor North Keeling Island auf Grund zu setzen. Anschließend erkundete der II TO das völlig zerschossene Schiff. Er fand Oberleutnant zur See Geerdes verwundet bei den vorderen Geschützen. Dann den sterbenden Artillerieoffizier Gaede und den toten Leutnant zur See Zimmermann beim Backbord II-Geschütz.

Am Nachmittag beschoss die SYDNEY erneut das Wrack der EMDEN. Prinz von Hohenzollern befand sich zu der Zeit auf der bereits zerschossenen Brücke, oberhalb des Kommandoturmes, die er daraufhin eiligst verließ. Kaum hatte er das Deck erreicht, als durch einen Granateinschlag ein Heizer in seiner unmittelbaren Nähe getötet wurde. Von Müller erlaubte seinen Leuten daraufhin, über Bord zu springen, um die Insel schwimmend zu erreichen. Auch der II TO versuchte mit Hilfe einer Planke die Brandung zu überwinden. Er schaffte es nicht und als sich weitere Männer an seine "Rettungsinsel" klammerten, schwamm er zur EMDEN zurück. Den restlichen Tag über half er mit, die Verwundeten zu versorgen und die immer wieder ausbrechenden Brände zu löschen.

Am folgenden Tag verließ Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen, zusammen mit dem TO Witthoeft sowie den Ingenieuren Ellerbroek, Andresen und Haahs das Wrack der EMDEN mit dem vorletzten Boot.

Allgemeines (nach dem 9. November 1914):
Prinz von Hohenzollern kam, über Colombo (Sri Lanka) und Port Said (Ägypten), nach Malta ins Fort Verdala. In den folgenden Jahren musste er zweimal in ein Krankenhaus gebracht werden. 1918 erkrankte er, wie so viele andere Gefangene, an der Influenza. Am 12. November 1919 durfte Prinz von Hohenzollern als einer der ersten Gefangenen, auf eigene Kosten, nach Deutschland heimkehren. Über Syracus (Insel Sizilien), Messina, Neapel, Rom, Mailand, Zürich und Konstanz, erreichte er am 18. November seine Heimatstadt Sigmaringen. Am 28.Februar 1920 wurde er aus der Marine verabschiedet und widmete sich fortan der Landwirtschaft. Weitere Ereignisse und Stationen waren:

Veröffentlichung des Buches: "Meine Erlebnisse auf S.M Schiff Emden", Eckstein Verlag, Leipzig (1925)
- später ins Englische und Französische übersetzt

Beantragung des Namenszusatzes Emden sowie Eintritt in die SS (1933)
Eintritt in die NSDAP (1936)

Kommandeur (Rang: Kapitänleutnant der Reserve) Marine-Flak-Abteilung 274, Brunsbüttel (März 1940 bis September 1940)
Kommandeur Marine-Flak-Abteilung 214, Cuxhaven (September 1940 bis 1. September 1942)
in dieser Zeit auch
- Kommandant i.V. im Abschnitt Cuxhaven, Kommando-Küsten, Kommandobehörden (2. Mai 1941 bis 8. Juni 1942)
- Kommandant im Abschnitt Cuxhaven, Kommando-Küsten, Kommandobehörden (1. September 1942 bis April 1944)
1944 verabschiedet.

Im November 1944 wurde er wegen angeblich mangelnder Linientreue aus der SS ausgestoßen. Vergeblich bemühte er sich im Januar 1945 in einem Brief an Heinrich Himmler um eine Wiederaufnahme.

Beförderungen
Fähnrich zur See (15. April 1912)**
Leutnant zur See (3. August 1914)***
Oberleutnant zur See (6. Dezember 1919)

Kapitänleutnant (?)
Korvettenkapitän (1940)

Auszeichnungen
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse
Eisernes Kreuz (1914) I Klasse
Roter Adlerorden I Klasse
Ehrenkreuz des Fürstlichen Hausordens der Hohenzollern I. Klasse

* Karl Peter: Seeoffizieranwärter. Ihre Ausbildung von 1848 bis heute. Mürwik 1969, S. 93 - Reihenfolge ungewiss
** angenommen aufgrund der Beförderungsdaten anderer Offiziere der gleichen Crew
*** am 13. August 1914 von Amiral Graf Spee übermittelt (Zusammenkunft des Geschwaders bei der Insel Pagan)