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Robin Vidal Schall wurde am 22. März 1893 in Stuttgart geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Er starb am 29. Januar 1946 in einem Gefangenenlager in Zedelghem südl. von Brügge (Belgien/Westflandern). Sein Grab befindet sich auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Lommel (Belgien/Limburg), Feld 62, Grab 86.

Eintritt in die Kaiserliche Marine im April 1911

Allgemeines (vor Dezember 1913)
Infanteristische Grundausbildung, Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1911 bis 15. Mai 1911)
Praktische Bordausbildung auf dem Schulschiff VICTORIA LOUISE (16. Mai 1911 bis 31. März 1912)*
4. Inspektion Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1912 bis 31. März 1913)
spezielle Kurse (1. April 1913 bis 30. September 1913)*
- 9 Wochen Torpedoschulschiff SMS WÜRTTEMBERG, Flensburg-Mürwik
- 4 Wochen Infanteriekursus, I. Seebataillon, Wilhelmshaven oder II. Seebataillon, Kiel
- 12 Wochen auf der Artillerieschule Sonderburg

Nach Ostasien kommandiert - mit NDL-Dampfer PRINZESS ALICE von Wilhelmshaven nach Shanghai (1. Oktober 1913 bis 1. Dezember 1913)

Auf der EMDEN
Nach seiner Ausbildung kam Schall am 1. Dezember 1913 nach Ostasien auf den Kleinen Kreuzer SMS EMDEN. Auf diesem Schiff machte er die Kaperfahrt bis zum 9. November 1914 mit. Am Vorabend des letzten Gefechtes der EMDEN wurde Leutnant zur See Schall zusammen mit Leutnant zur See Fikentscher auf das Kohlenschiff BURESK geschickt. Im Gegenzug dafür kehrten die Leutnante Gyssling und Schmidt auf die EMDEN zurück. Sie sollten am folgenden Tag an der Landung auf Direction Island teilnehmen. Nach der Vernichtung der SMS EMDEN wurde auch die BURESK von der SYDNEY gestellt. Die Deutschen versenkten daraufhin das Schiff und gingen in die Boote.

Schall wurde am Abend des 10. November 1914 mit einem Boot und einigen Leuten auf die Insel North Keeling geschickt. Nachdem die Überlebenden der SMS EMDEN vom Schiff geborgen worden waren, galt es noch jene Männer abzuholen, die sich nach dem Auflaufen des Kreuzers schwimmend an Land gerettet hatten. Mühsam sammelten Schall und seine Leute in dem dichten Unterholz die Schiffbrüchigen ein, versorgten die Verwundeten und bestatteten die Verstorbenen (siehe auch Dr. Schwabe). Am nächsten Morgen wurden auch die Männer von North Keeling Island von der SYDNEY übernommen.

Allgemeines (nach dem 11. November 1914)
Bis zum 6. Dezember 1919 saß Schall auf der Insel Malta im Fort Verdala in Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung wurde er in die Reichsmarine übernommen. Hier seine weiteren Stationen:

Kommandant des Minensuchbootes M 122, 8. Halbflottille, Wilhelmshaven (14. März 1920 bis 28. September 1921)
M-Boot Kommandant in der 11. Halb-Flottille, II. Flottille, Wilhelmshaven (29. September 1921 bis 30. September 1922)
Flottenabteilung (A II), Marinekommandoamt, Marineleitung (1. Oktober 1922 bis 31. Oktober 1924)
Lehrgang an der Sperrschule, Kiel-Wik (6. Januar 1925 bis 25. März 1925)
M-Boot Kommandant in der 1. Minensuch-Halbflottille, Kiel (26. März 1925 bis 28. Juni 1926)
Kompanieführer 2. Sperrkompanie, IV Küstenwehrabteilung, Cuxhaven, Streitkräfte zur Küstenverteidigung (29. Juni 1926 bis 30. September 1926)
Kompanieführer 1. Artilleriekompanie, IV Marineartillerieabteilung, Cuxhaven, Streitkräfte zur Küstenverteidigung (1. Oktober 1926 bis 27. September 1927)
Rollenoffizier Linienschiff SCHLESWIG-HOLSTEIN, Flotte, Wilhelmshaven (28. September 1927 bis 27. September 1929)
- Flaggschiff des Flottenchefs (Vadm. Oldekop)

Artillerieoffizier bei der Marinekommandantur (28. September 1929 bis 24. April 1930)
Kommandeur III. Marineartillerieabteilung, Swinemünde, Streitkräfte zur Küstenverteidigung (25. April 1930 bis 30. September 1932)
- in dieser Zeit dreimal Hafenkommandant Swinemünde (m.d.W.d.G.b.)

Marineverbindungsoffizier Wehrkreiskommando VI, Münster (1. Oktober 1932 bis 24. September 1933)
Erster Offizier Linienschiff HESSEN, Linienschiffe, Flotte (25. September 1933 bis 31. Juli 1934)
Erster Offizier Panzerschiff ADMIRAL SCHEER, Panzerschiffe und Linienschiffe, Flotte (12 November 1934 bis 30. September 1935)
Leiter Kriegsmarinedienststelle Stettin, Kriegsmarinedienststellen (4. Oktober 1935 bis 15. Februar 1937)
Kommandant Leichter Kreuzer KÖNIGSBERG, Inspektion der Marineartillerie, Kiel (16. Februar 1937 bis 2. November 1938)
Kommandeur 1. Schiffsstammregiment, Stralsund, Marinestation Ostsee (05 Nov 1938 bis 12 Sep 1939)
- zugleich Hafenkommandant Stralsund

Festungskommandant Gotenhafen (heute Gdingen), Kommando Festung und Orts, Kommandobehörden, (13. September 1939 bis 17. März 1940)
- zugleich Küstenbefehlshaber östliche Ostsee, Kommando Küsten, Kommandobehörden (13 Januar 1940 bis 17 März 1940)

Hafenkapitän Narvik, Kommando Hafen und Seewasserstraßen, Kommandobehörden (10. April 1940 bis 8. Mai 1940)
Küstenbefehlshaber östliche Ostsee und Festungskommandant Gotenhafen, Kommandobehörden (10. Mai 1940 bis 20. Juni 1940)
Marinebefehlshaber Westfrankreich, Kommando, Kommandobehörden (21. Juni 1940 bis 3. Dezember 1940)
z.Vfg. beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (Gr.adm. Reader), OKM (4. Dezember 1940 bis 18. Februar 1941)

Chef Seebefehlsstelle Calais, Kommandobehörden (19. Februar 1941 bis 7. März 1941)
Admiral der Seebefehlsstellen, Marinegruppenkommando West, Oberkommando, Kommandobehörden (8. März 1941 bis 14. November 1944)
Führer-Reserve OKM (14. November 1944 bis 2. Januar 1945)
Wehrersatzinspekteur Schleswig-Holstein (2. Januar 1945 bis 15. Mai 1945)

Beförderungen:
Fähnrich zur See (15. April 1912)**
Leutnant zur See (3. August 1914)***
Oberleutnant zur See (1. Januar 1920)
Kapitänleutnant (1. September 1921)
Korvettenkapitän (1. August 1929)
Fregattenkapitän (1. April 1935)
Kapitän zur See (1. Oktober 1936)
Konteradmiral (1. Dezember 1940)
Vizeadmiral (1. Februar 1943)

Auszeichnungen:
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse
Kolonialabzeichen
Ehrenkreuz des Fürstlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern
Deutsches Kreuz in Silber (28. Dezember 1943)

* Karl Peter: Seeoffizieranwärter. Ihre Ausbildung von 1848 bis heute. Mürwik 1969, S. 93 - Reihenfolge ungewiss
** angenommen aufgrund der Beförderungsdaten anderer Offiziere der gleichen Crew
*** am 13. August 1913 von Amiral Graf Spee übermittelt (Zusammenkunft des Geschwaders bei der Insel Pagan)

Robin Vidal Schall wurde am 3. März 1934 der Namenszusatz "EMDEN" verliehen. Bei seinen Kommandos von 1934 bis 1945 findet man daher stets den Namen "Schall-Emden."