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Curt Georg Roderich Schmidt wurde am 9. August 1892 in Kiel geboren, beendete seine Schulzeit aber in Berlin-Wilmersdorf. Er fiel am 1. April 1915 bei einem Gefecht nahe der Stadt Dschidda (Saudi-Arabien).

Eintritt in die Kaiserliche Marine am 1. April 1911

Allgemeines (vor dem 13. August 1914):
Infanteristische Grundausbildung, Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1911 bis 15. Mai 1911)
Praktische Bordausbildung auf dem Schulschiff SMS VINETA (16. Mai 1911 bis 31. März 1912)
5. Inspektion Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1912 bis 31. März 1913)
spezielle Kurse (1. April 1913 bis 30. September 1913)*
- 9 Wochen Torpedoschulschiff SMS WÜRTTEMBERG, Flensburg-Mürwik
- 4 Wochen Infanteriekursus, I. Seebataillon, Wilhelmshaven oder II. Seebataillon, Kiel
- 12 Wochen auf der Artillerieschule Sonderburg

Nach Ostasien kommandiert - Ausreise mit dem NDL-Dampfer PRINZESS ALICE (15. Oktober 1913 bis 5. Dezember 1913)
Großer Kreuzer SMS GNEISENAU, Kreuzergeschwader (5. Dezember 1913 bis 13. August 1914)
- 20. Juni 1914: Beginn einer Südseereise zu den deutschen Besitzungen im Pazifik
- 17. Juli 1914 bis 6. August 1914: mit SMS SCHARNHORST bei Ponape (Karolineninseln)
- 13. August 1914: Versetzung auf SMS EMDEN (mit Crewkamerad Eugen Gyssling auf der Reede von Pagan (Marianeninseln)

Auf der EMDEN (und beim Landungszug):
Schmidt machte in den folgenden Wochen die Kaperfahrt der EMDEN mit. Er gehörte u.a. zum Prisenkommando des Kohlendampfers BURESK. Am Abend des 8. Novembers 1914 wurden er und Gyssling gegen die Leutnante Schall und Fikentscher ausgetauscht. Am nächsten Morgen war Schmidt einer der drei Offiziere des Landungszuges, welcher auf Direction Island (Kokosinseln) die Kabelstation zerstören sollte. Gegen 09.15 Uhr wurde der Landungszug von der EMDEN zurückgerufen, kam aber nicht mehr rechtzeitig an Bord. Die 50 Männer kehrten daraufhin zur Insel zurück, von wo sie am Abend mit dem beschlagnahmten Segler AYESHA flohen. Schmidt war hier für die Navigation verantwortlich. Nur ihm gelang es, einen alten Sextanten optimal zu bedienen und aus einer einfachen Übersegelkarte sowie einem alten Segelhandbuch brauchbare Karten zu zeichnen.

Nach einem Zwischenstopp in Padang (Sumatra), gelangte Schmidt mit dem Landungszug an Bord des Dampfers CHOISING über den Indischen Ozean nach Hodeida (Jemen). Anschließend ging es etappenweise mit kleinen Seglern (Sambuks) und per Kamelkarawane weiter nach Dschidda (Saudi Arabien). Kurz vor dieser Stadt wurden die Deutschen am Morgen des 1. April 1915 von Beduinen angegriffen. Schmidt, der die Nachhut führte, hatte die Hauptlast des Angriffes zu tragen. Er ließ eine Schützenlinie bilden. Bei dem Versuch, knieend die Wirkung des eigenen Gewehrfeuers zu beobachten, wurde er von zwei Kugeln in Brust und Bauch getroffen. Während der folgenden Belagerung starb er noch am gleichen Abend. Er wurde an Ort und Stelle beerdigt. Ebenso wie zwei weitere Gefallene des Landungszuges.

Beförderungen:
Fähnrich zur See (15. April 1912)
Leutnant zur See (3. August 1914)**

Auszeichnungen:
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse (11. Februar 1915)

* Karl Peter: Seeoffizieranwärter. Ihre Ausbildung von 1848 bis heute. Mürwik 1969, S. 93 - Reihenfolge ungewiss
** am 5. August 1914 bei der Insel Ponape bekannt gegeben

Schmidts Bruder
Herwart Schmidt, der ältere Bruder von Roderich Schmidt, war eine Zeit lang als junger Leutnant auf den Begleitdampfer "Titania" kommandiert, um Funkreichweitenversuche durchzuführen. Seine Tagebuchnotizen aus dem Jahr 1910 beschreiben die Flottenansammlung vor Apia auf Samoa; in den Notizen wird auch SMS EMDEN erwähnt - authentisches Material einer vergangenen Zeit:


Bilder und Informationen wurden uns freundlicherweise von der Familie Roderich Schmidts zur Verfügung gestellt.