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Franz Wellmann wurde am 8. Dezember 1882 in Abbehausen (heute zu Nordenham) geboren.

Er war zunächst Offizier in der Handelsschiffahrt. Am 1. April 1907 trat er als Reserveoffiziersanwärter der Kaiserlichen Marine bei. Ein Jahr später wurde er Vizesteuermann – und 1913 Leutnant zur See der Reserve.

Bei Kriegsbeginn war Wellmann 3. Offizier auf dem NDL-Reichspostdamfer RHEINLAND. Dieser war auf der Heimreise von Sydney (Australien) und suchte Zuflucht in Padang (Insel Sumatra/Indonesien).

Anschluss an den Landungszug:
Am 27. November 1914 lief dort der Landungszug der SMS EMDEN mit dem Schoner AYESHA ein. Wellmann beschloss, sich diesem anzuschließen. Die dort ansässigen Holländer sorgten jedoch für strengste Neutralität und kontrollierten jedes Boot, das sich der AYESHA näherte. Am Abend des 28. November 1914 lief die AYESHA wieder aus. Da kaum Wind wehte, versuchte Wellmann – zusammen mit dem Obermaschinistenmaat der Reserve Erich Schwaneberger und vier weiteren Seeleuten – dem Segler in einem Rettungsboot hinterher zu pullen. Nach sechsstündigem harten Rudern gelang das schier Unmögliche. Wellmann und Schwaneberger erreichten die AYESHA und meldeten sich bei Kapitänleutnant von Mücke zum Dienst. Die übrigen vier Männer gelangten nur mühsam nach Padang zurück.

Am 16. Dezember 1914 stieg der Landungszug auf den NDL-Dampfer CHOISING um. Anfang Januar 1915 erreichte er Hodeida (Jemen). Nach mehreren Wochen Aufenthalt ging es im März mit Sambuks (einheimische Boote) weiter bis Lidd (Saudi Arabien). Die weitere Reise führte per Kamelkarawane über Land. Kurz vor Dschidda (Saudi-Arabien) kam es am 1. April 1915 zu einem Wüstengefecht mit Beduinen. Wellmann führte zunächst die Hauptkarawane, während die anderen Offiziere die Vor-, Seiten- und Rückendeckung übernahmen. Dann kam von der Nachhut (Leutnant Roderich Schmidt) die Forderung, das dortige MG in Sicherheit zu bringen. Bei diesem Versuch fiel der Matrose Rademacher und Schmidt wurde schwer verwundet. Wellmann übernahm die Führung der Nachhut. Das weitere Gefecht und die anschließende Belagerung überstand er unverletzt.

Am 23. Mai 1915 erreichte Wellmann mit dem Landungszug Konstantinopel. Seine Aufzeichnungen, die er während der Flucht machte, sind 2009 in dem Buch Die legendäre Rückkehr des Landungszuges der S.M.S. EMDEN von Addi Dreier erschienen.
Der weitere Weg Wellmanns im Ersten Weltkrieg lief folgendermassen ab:

Sonderkommando Türkei, Dardanellen (Mai 1915 bis Juli 1915)
Sperrkommandant Dardanellen (Juli 1915 bis September 1915)
Wachoffizier Kleiner Kreuzer SMS BRESLAU, Mittelmeer-Division, Hochseeflotte (September 1915 bis November 1915)
Wachoffizier Schlachtkreuzer SMS GOEBEN, Mittelmeer-Division, Hochseeflotte (November 1915 bis Juli 1916)
II. Matrosen-Division, Wilhelmshaven (Juli 1916 bis Oktober 1916)
Wachoffzier Großlinienschiff SMS POSEN, I. Geschwader, Hochseeflotte (Oktober 1916 bis November 1918)

Am 3. Dezember 1918 verabschiedet

Beförderungen:
Vizesteuermann der Reserve (26. Mai 1908)
Leutnant zur See der Reserve (8. März 1913)
Oberleutnant zur See der Reserve (18. Februar 1916)

Auszeichnungen:
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse (11. Februar 1915)