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Das Eiserne Kreuz am Bug
Diese EMDEN führte als erstes Schiff das Eiserne Kreuz am Bug. Nach dem Verlust der ersten EMDEN am 9. November 1914, hatte Kaiser Wilhelm befohlen, den nächsten Kreuzerneubau auch auf diesen Namen zu taufen und dass dieser auf beiden Seiten des Bugs ein Eisernes Kreuz führen solle. Diese Auszeichnung für die ruhmreichen Taten ihres Vorgängers, behielt man auch bei den nachfolgenden Marineeinheiten mit dem Namen EMDEN bei.

EMDEN II war das einzige deutsche Kriegsschiff, welches nach der Skagerrakschlacht ihr Bugzier führen durfte. Der Kaiser begründete diesen Befehl wie folgt: „Das Eiserne Kreuz sei Verpflichtung, Ansporn und Gedenken an die EMDEN I, für die Besatzung, ja, für die gesamte Marine“.

Der Verbleib der Eisernen Kreuze der EMDEN II ist nicht eindeutig geklärt. Einerseits heißt es, sie wurden kurz vor der Selbstversenkung von der Besatzung demontiert und versenkt. Andere Meinungen besagen, dass sie schon in Wilhelmshaven entfernt und durch Kopien ersetzt wurden.

In die Nordsee
Kriegsbedingter Material- und Personalmangel verzögerten die Fertigstellung der EMDEN bis Mitte Dezember 1916. Den größten Teil ihrer Erstbesatzung stellten die Männer des Kleinen Kreuzers SMS STUTTGART, welcher altersbedingt kurz zuvor außer Dienst gestellt worden war. Nach Abschluss der Probefahrten, verlegte der Kreuzer am 10. März 1917 in die Nordsee. Dort wurde er Führerschiff des II. F.d.T (Führer der Torpedoboote), Kommodore Paul Heinrich. Die EMDEN war hierbei hauptsächlich im Vorpostendienst (einzeln, wie auch im Verband der unterstellten Torpedoboote), aber gelegentlich auch zu Aufklärungszwecken tätig. Bei Letzterem wurde sie vorübergehend der IV. Aufklärungsgruppe zugeteilt.

Unternehmen Ösel
Im August 1917 verlegte die EMDEN in die Ostsee, um am UNTERNEHMEN ALBION (auch als Operation Ösel bekannt) teilzunehmen. Hierbei handelte es sich um eine umfassende Landungsoperation auf den baltischen Inseln zwecks Inbesitznahme. Starke Heereskräfte wurden von Marineeinheiten dorthin transportiert und unter Feuerschutz auf den Inseln Ösel, Dagö und Moon am 12. Oktober 1917 angelandet. Es kam zu mehreren Gefechten. Ende Oktober war das Unternehmen beendet. Die EMDEN verlegte wieder in die Nordsee und versah Vorpostendienst.

Nach Scapa Flow
Am 11. November 1918 trat der Waffenstillstand in Kraft. Die Flotte wurde in ihren Häfen abgerüstet und ihre Abgabe vorbereitet. Die abzugebenden Einheiten versammelten sich in Wilhelmshaven. Am 19. November 1918 traten sechs Schlachtschiffe, zehn Linienschiffe, acht Kleine Kreuzer (darunter auch die EMDEN II) und 50 Torpedoboote die Fahrt nach Scapa Flow an. Dort wurden die Besatzungen reduziert.

Mehrere Monate lagen die Schiffe in Scapa Flow interniert. Die Männer blieben sich selbst überlassen und wurden fast gänzlich von allen Nachrichten ferngehalten. Es kam zu Unruhen an Bord, weshalb die Besatzungen weiter reduziert wurden. Am 25. März 1919 wechselte Konteradmiral Ludwig von Reuter, Befehlshaber der internierten Flotte, vom bisherigen Flaggschiff SMS FRIEDRICH DER GROSSE auf den Kleinen Kreuzer EMDEN. Im Zuge der Friedensverhandlungen von Versailles – die Frist zur Annahme des Vertrages sollte am 21. Juni 1919 ablaufen - ließ er die Selbstversenkung der Flotte vorbereiten. Aufgrund der spärlichen Nachrichtenversorgung glaubte Reuter nämlich, dass die Deutschen den Friedensvertrag nicht annehmen und daher wieder Krieg herrschen würde. In diesem Fall wäre den Briten die deutsche Flotte unzerstört in die Hände gefallen.

1918: Die Deutsche Flotte in Scapa Flow

(Klicken zum Vergrößern)


Die Selbstversenkung der Flotte

Um 11.00 Uhr am 21. Juni 1919, wurde auf der EMDEN das Signal „PARAGRAPH 11. BESTÄTIGEN“ gehisst. Es war das verabredete Zeichen zur Selbstversenkung der Flotte. Die an Bord verbliebenen Besatzungsmitglieder öffneten hierauf die Bodenventile ihrer Schiffe, welche kurz darauf nach und nach zu sinken begannen. Die Briten konnten die EMDEN und einige andere Einheiten auf flaches Wasser schleppen. Während dieser Aktion wurden von der EMDEN auch zwei Stander mitgenommen. Nachdem diese jahrzehntelang in einem britischen privaten Haushalt lagerten, wurden sie 2007 an Bord der Fregatte EMDEN in Wilhelmshaven zurückgegeben.

Das Ende
Am 11. März 1920 wurde die EMDEN Frankreich zugesprochen und nach einer notdürftigen Wiederherstellung dorthin überführt. Ab 1922 nahmen die Franzosen Sprengungen an ihr vor, bis sie schließlich 1926 in Caen verschrottet wurde.

Die Glocke
Die Bordgemeinschaft der Emdenfahrer bemüht sich darum, dass die Schiffsglocke der EMDEN II von England nach Deutschland gelangt.