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Auch, wenn man ein Buch über die U-Boote im Zweiten Weltkrieg liest, stolpert man über die Emden. Aus dem Jahr 1953 stammt das Buch "Die Wölfe und der Admiral" ("Der Roman der U-Boote") von Wolfgang Frank. Und gleich zu Beginn, auf Seite 29, taucht der Name "Emden" auf. Und zwar im Zusammenhang mit Karl Dönitz, der damals Kommandant des Kreuzers war. Hier die Passage; sie spielt im Jahr 1935:

Die Aufstellung einer ersten Front-Unterseebootflottille wird in dieser Zeit beschlossen und befohlen. Wer wird ihr Chef? - Es fällt der Name Dönitz.
Der Mann, dem die Aufgabe zugedacht ist, nach siebzehnjähriger Pause die Tradition der deutschen Unterseeboote des Weltkrieges wiederaufzunehmen und die neu entstehenden Verbände zur Kriegsbrauchbarkeit zu erziehen und zu entwickeln, der Fregattenkapitän Dönitz, befindet sich allerdings noch als Kommandant des Kreuzers „Emden" auf dem Rückmarsch von einer langen Auslandsreise, die das Schiff um Afrika und nach Indien geführt hat. Wenn er an die bevorstehende Heimkehr und die Möglichkeiten seiner zukünftigen Verwendung denkt, so wünscht er sich, sein schönes Schiff zu behalten und es so bald wie möglich ein zweites Mal dort hinunter führen zu dürfen; denn der Erfolg der Reise war gut in politischer, propagandistischer und erzieherischer Hinsicht.
In diesem Sinne setzt er sich denn auch ein, als er nach dem Einlaufen zur Berichterstattung zum Oberbefehlshaber befohlen wird.
Auch der Kommandant der gleichfalls heimgekehrten „Karlsruhe" ist dort, und die Wünsche, die er für die nächste Reise seines Schiffes vorträgt, decken sich haargenau mit denen des „Emden"-Kommandanten. Beide halten eine Reise in die indischen und die Fernostgewässer für besonders wichtig und erfolgversprechend.
Der Oberbefehlshaber, Generaladmiral Raeder, hört aufmerksam zu. Schließlich fragt er den „Emden"-Kommandanten: „Sie glauben also, dass es richtig ist, das Schiff wieder dorthin zu schicken?"
„Jawohl, Herr Generaladmiral."
„Schön, Dönitz. Ich bin einverstanden. Aber - Sie fahren nicht mit: Sie werden Flottillenchef der Ersten U-Flottille." Und mit einem Schmunzeln in das Gesicht des völlig Verblüfften: „Ätsch - das haben Sie wohl nicht erwartet?"
„Nein", sagt der Fregattenkapitän Dönitz, „daran habe ich nicht im Traume gedacht."
Sein Adjutant auf der „Emden", der Kapitänleutnant Godt, findet ihn geradezu niedergeschlagen, als der Kommandant ihn abends in seiner Kammer aufsucht. All die schönen Hoffnungen und Träume, die sie sich gemacht und einander in mancher Stunde der langen Reise in Gedanken und Gesprächen unter dichtbesterntem Tropenhimmel gegenseitig ausgemalt hatten - nun sind sie dahin. Etwas ganz anderes wartet, etwas ganz neues: die U-Boote.
An diesem Abend lässt der Fregattenkapitän Dönitz seine Gedanken rückwärts wandern, achtzehn Jahre rückwärts, einen weiten Weg. Ausgelöst durch die neue Aufgabe, die U-Boote, steigt eine Fülle von Bildern aus der Vergangenheit herauf, von Erlebnissen, die mit minutiöser Schärfe in allen Einzelheiten dem Gedächtnis unauslöschlich eingeprägt sind.