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In der Geschichte gestöbert

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Zu einem sicher einmaligen Ereignis kam es am 6. Oktober 2013 im Hafen von Sydney: Im Zuge der 100-Jahr-Feier der australischen Marine überreichte der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, das Eiserne Kreuz der „EMDEN“ an seinen australischen Amtskollegen, Vice Admiral Ray Griggs.

Die Gedenkfeier fand auf Bradley's Head statt. Mit ihr sollte HMAS Sydney (I) und SMS EMDEN gedacht werden. 200 Personen waren zugegen. Unter ihnen der Gouverneur von New South Wales (Marie Bashir), der Chief of Defence Force (General David Hurley), der Administrator der Cocos Keeling Islands (Jon Stanhope) sowie der deutsche Botschafter in Australien (Dr. Christoph Müller).
Die Gedenkfeier war Teil der Royal Australian Navy’s International Fleet Review (IFR) anlässlich des 4. Oktober 1913, als die Flotte der Royal Australian Navy erstmals in Sydney stationiert war.
Nach der Gedenkfeier stellte Mike Carlton sein neues Buch "First Victory", vor, das die Geschichte der Jagd der HMAS Sydney auf die SMS EMDEN schildert. (Erhältlich zum Beispiel über Amazon)

Die Lage von Bradley's Head (Anklicken zum Vergrößern)


Die Geste der Übergabe des Eisernen Kreuzes der EMDEN hat ihre Wurzeln 99 Jahre in der Vergangenheit. 1914, es tobt der Erste Weltkrieg. Der deutsche Kreuzer „Emden“ ist auf Kaperfahrt in Asien. Schnell erzielt er große Erfolge, die in der Heimat gefeiert und bei damaligen Feinden besorgt betrachtet werden. Nahe den Kokosinseln im Indischen Ozean entdeckt der australische Kreuzer „Sydney“ am 9. November das deutsche Schiff. Es kommt zu einem Feuergefecht, in dessen Folge sich die „Emden“ der moderneren und besser bewaffneten „Sydney“ unterlegen zeigt. Das Schiff wird nach großen Verlusten durch die Besatzung aufgegeben, die Überlebenden gehen in Gefangenschaft.
Die Besonderheit: Einem zuvor angelandeten Kommando der Deutschen gelingt die Flucht. Nach einer mehrmonatigen Odyssee über See und Land erreichen die Marinesoldaten 1915 wieder die Heimat.
Trotz dieser Niederlage war der Einsatz der „Emden“ aus damaliger deutscher Sicht ein triumphaler Erfolg. So groß, dass dem Schiff nachträglich das Eiserne Kreuz verliehen wurde und die Überlebenden sowie ihre Nachkommen fortan den Namenszusatz „Emden“ tragen durften. Auf australischer Seite wiederum wurde die Zerstörung des gefürchteten Kreuzers entsprechend gefeiert. Noch heute kann z.B. dessen Schiffsglocke im Australian War Memorial in Canberra besichtigt werden.
Die nun stattgefundene Zusammenkunft in Sydney hatte folglich für beide Seiten eine erhebliche, nicht zuletzt geschichtliche Bedeutung. Live im Fernsehen überreichte Vizeadmiral Axel Schimpf dem Inspekteur der australischen Marine, Vizeadmiral Ray Giggs, das Eiserne Kreuz, welches seither die vier Folgeschiffe mit dem Namen „Emden“ trugen. Tief beeindruckt sicherte Griggs seinem deutschen Amtskollegen zu, einen würdigen Platz dafür zu finden. Im Gegenzug überreichte er ein auf einer Holzplatte montiertes rotes Känguru, welches noch kurz zuvor den Schornstein der aktuellen „Sydney“ zierte.
Einst im Krieg bitter verfeindet, unterstrich diese Ehrerweisung nachdrücklich die heute guten und freundschaftlichen Verbindungen beider Marinen.

(Quelle: Deutsche Marine, Royal Australian Navy)

Im April 2014 wurde der Deutschen Marine quasi im Gegenzug das Wahrzeichen der Fregatte HMAS SYDNEY an die Fregatte EMDEN überreicht.

Hier Bilder des Ereignisses:

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