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Reservisten beim Filmdreh in Athen
Bereits im Frühjahr 2005 nahmen einige Reservisten der RK Kurpfalz an Dreharbeiten zu dem Film „Jagt die Korsaren des Kaisers" (Regie: Jürgen Stumpfhaus) in Marokko teil. Der Film befasst sich mit den Geschehnissen rund um die SMS Emden Im Jahr 1914 und wurde bereits mehrfach im TV ausgestrahlt.

Im Oktober 2007 begann für die Kameraden ein neues Film-Abenteuer, diesmal war das Ziel Athen. Es ging um den Film "Tod Im Morgengrauen - der Untergang der S.M.S. Szent István"

Die SMS Szent István war ein Schlachtschiff der k.u.k Kriegsmarine, benannt nach dem ungarischen Nationalheiligen (dt. = Heiliger Stefan). Sie gehörte, wie die SMS Viribus Unitis, die SMS Prinz Eugen und die SMS Tegetthoff zur Viribus-Unitis-Klasse. Die SMS Szent István wurde am 10. Juni 1918 in der Adria vor der Insel Premuda vom italienischen Schnellboot MAS 15 angegriffen und versenkt. Vom Untergang der SMS Szent István gibt es ein von Bord der SMS Tegetthoff aufgenommenes Filmdokument. Dieses Filmdokument ist Kern des Dokumentarfilms „Tod im Morgengrauen" (Regie: Maria Magdalena Koller).

Die Kameraden trafen sich zunächst am Flughafen Stuttgart, um von dort über Thessaloniki nach Athen zu verlegen. In Thessaloniki gelandet, mussten zwei Mann den Flieger verlassen; das griechische Bodenpersonal hatte geschlampt. Die zunächst vermisst geglaubten Männer konnten sich jedoch trotz widrigster Umstände nach Athen durchschlagen und fanden sich gut gelaunt beim Abendessen ein. Die Verpflegung war gut, reichhaltig und vor allem typisch griechisch, es gab Spaghetti. Man lernt nie aus und sogar die griechischen Kellner können nach diesem Abendessen mit dem Trinkverhalten gesitteter Mitteleuropäer umgehen und wissen jetzt, dass Kellnern keine sitzende Tätigkeit darstellt. So gestärkt konnte der nächste Tag - der erste Drehtag - kommen.

Wie es sich für ordentliche Komparsen gehört, erfolgte das morgendliche Antreten vor dem ersten Hahnenschrei. Der planmäßigen und pünktlichen Ankunft am Drehort - dem im Hafen von Athen liegenden Museumsschiff „Panzerkreuzer Averoff" - stand also fast nichts mehr im Wege. Leider verpasste der gemietete Minibus um Fahrer Christian die entscheidende Abfahrt zum Hafen. Trotz modernstem Navigationsgerät waren wir den Wirren des athenschen Berufsverkehrs nicht gewachsen. Höhepunkt der Irrfahrt war sicherlich die Tatsache sich plötzlich auf hunderte blinkende und hupende Geisterfahrer zufahren zu sehen. Mit dem nötigen Fortün konnten wir uns, zwar mit einer halben Stunde Verspätung, aber immerhin vollzählig, drehfertig melden.

Für einige von uns war es der erste Besuch auf einem Kriegsschiff und diese zeigten sich sichtlich erstaunt. Die Georgios Averoff, 1910 in Italien als Panzerkreuzer der Pisa-Klasse auf Kiel gelegt, war mehr als 40 Jahre das Flaggschiff der griechischen Marine und hat in vier Kriegen gekämpft, sie ist heute ein Museumsschiff und einer der wenigen noch schwimmenden Panzerkreuzer der Welt.

Dem näheren Umfeld eines solchen Koloss aus Stahl angepasst, liefen wir als Heizer oder Matrosen durch die Gegend und hatten das eine oder andere zu tun. Die Komparsentätigkeit auf einem Schiff sollte sich als wesentlich leichter herausstellen als die in der Sahara, wo wir uns unter sengender Hitze mit Sandstürmen und Kamelen herumschlagen mussten. Einige von uns vollführten einen todesverachtenden Sprung in die eisigen und Gischt schäumenden Wogen des Hafens von Trokadero Marina (Athen). Gewisse Zweifel an unserem Tun überkam uns, nachdem wir von einem Beiboot aus die Auslegerleiter empor geklettert waren und der letzte Mann bemerkte, dass die Steckbolzen der Schäkel, mit denen die Leiter am Ausleger befestigt war, gar nicht verschraubt worden waren. Wiederum mit Fortün sind alle einem Sturz in das 10 Meter tiefer liegende Beiboot entkommen.

Als kultivierte Menschen konnten wir uns die Jahrtausende alten kulturellen Schätzen Athens natürlich nicht entgehen lassen. Die Großverdiener unter uns konnten sich sogar den Aufstieg auf die Akropolis finanzieren, mussten jedoch im Nachhinein zugeben, dass es sich nicht sonderlich gelohnt hätte. Auch das Athener Nachtleben wurde von uns erforscht. Die Annahme, die Einheimischen würden die Nacht, als einzige Tageszeit an der man sich länger als eine halbe Stunde auf der Straße aufhalten kann ohne einen Hitzschlag oder Nervenzusammenbruch zu bekommen, nutzen, um mal vor die Tür zu gehen, stellte sich als töricht heraus. Ganz Athen ist ja sowieso schon den ganzen Tag auf den Beinen gewesen, um geschäftig, ja todesmutig, die Straßen unsicher zu machen.

Jonathan Blume

In diesem Beitrag geht es um die SZENT ISTVAN. Zu diesem Schiff hat unser Mitglied Richard Stokowski Material zusammengetragen. Die Informationen gibt es hier.